Sonntag, 30.04.2017
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Nettelrede schreibt Geschichte

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Quelle: "Der Söltjer" Heft 19, Ausgabe 1994
Herausgegeben von der Ortsgruppe Bad Münder des Heimatbundes Niedersachsen e.V. Der 87jährige Friedrich Siegmann schrieb diese Chronik im Jahre 1992 aus dem Gedächtnis nieder. In zahlreichen Gesprächen mit dem Redakteur erhielten die Aufzeichnungen 1994 ihre endgültige Form...
Vor dem 1. Weltkrieg gab es in Nettelrede viele Landwirte. Manche Höfe wechselten zu Anfang unseres Jahrhunderts ihre Besitzer. Um 1905 verkaufte Lambach 400, Temps 100 und Henke 60 Morgen Land. Andere Bauern konnten deshalb ihre Wirtschaften vergrößern. Die beste Koppel, 28 Morgen im Seyer, ging nach Böbber. Fr. Martens kaufte von Lambach Steinriepen (90 Morgen). Stall und Scheune standen bereits. Er baute ein Wohnhaus. Der Preis für gutes Land betrug 1000 Reichsmark pro Morgen. In Steinriepen und am Deister kostete es nur 500 Reichsmark oder sogar noch weniger. Lambach pachtete die Domäne Falkenhagen bei Polle. Fr. Temps zog zu seinen Brüdern in die USA. Die Familie Temps hatte zehn Söhne und eine Tochter. Vater Temps kam aus Springe. Er betrieb hinter dem Hof einen Steinbruch. Er lieferte Material für den Wegebau. Er verstand sich gut mit dem Wegemeister.
Seine Jungen schickte er mit einem Sack voll Verpflegung in die "Neue Welt". Einige sind verschollen, andere hatten Erfolg. Gustav, Karl, Ernst und Konrad besuchten nach dem 1. Weltkrieg ihre alte Heimat. 1922 stifteten sie eine Glocke und schenkten der Gemeinde und den Vereinen Geld. Bürgermeister August Schröder ließ den Brüdern auf der früheren Tempskoppel einen Gedenkstein setzen. Wilhelm Schröder, Augusts Bruder, kaufte die Hofstelle und richtete dort eine Bäckerei ein. Seine Tochter heiratete Otto Siegmann. Henkes Hof erwarb Fr. Krückeberg, den er an Walter Volker weitergab. Weil die Hofstelle zu klein war, baute er dort, wo die Ziegelei stand, einen neuen Hof auf. Das Gelände gehörte Schmied Beckmann.
Fr. Heims aus Böbber heiratete Dora Windler und nahm Besitz von einer kleineren Stelle. Darum arbeitete er als Gemeindediener und als Forstaufseher. Er kassierte Geld. Weil es wenig Scheine gab, ließ er sich die Münzen in einen Beutel werfen. Er ging mit der Klingel als Ausrufer durch das Dorf. Neben ihm wohnte der Holzkohlenhändler Isermann. Der Vollmeyer Siegmann brannte 1911 ab. Er baute seinen Hof neu auf. Noltemeyer kam von Sorsum "hinterm" Deister. 1926 verkaufte er sein Gehöft und erwarb das wohl bessere von August Schröder. Seine Hof stelle kaufte Friedrich Müller-Meyer. Sein Hof blieb dann für August Schröder übrig.
F. Sprick besaß eine Schafherde. Er lieferte Steine und Wasser zum Wegebau. Er verstand sich auch gut mit dem Wegemeister. Eine Hofstelle wechselte ihren Besitzer besonders oft. Auf Fleme folgten Martens, Sprick, Platte und schließlich Klockemann aus Pattensen. Christian Martens Nr. l war in den 20er Jahren Bürgermeister und in der 3. Generation Vorsitzender der Forstgenossenschaft. Erbesaß auch eine Schafherde. Krumfuß verpachtete, zog 1924 auf das Anwesen seiner Frau in Feggendorf. Heinrich Wente kam aus Pötzen und übernahm Schaumäkers Hof. Hupen Wente war wohl mit ihm verwandt. Woher der Name Hupen kommt, ist unbekannt.
Wenzel - früher Werhahn - war um 1900 Bürgermeister, sein Sohn um 1930. Heinrich Martens' Hof ist verpachtet. Sein Bruder hatte Steinriepen gekauft.
Der langjährige BürgermeisterChristian Schröder (um 1890) hatte keinen Erben. Deshalb holte er seinen Neffen August, eine stattliche Person, zuvor Wachtmeister in Hannover, aus Landringhausen. Er heiratete Lambachs Tochter Julie und führte ein gutes Leben. Er war im Dorf, bei Geschäftsleuten und beim Landrat beliebt. Nach der Inflation 1923 ging es bergab. 1926 brannte sein Anwesen ab. Er baute es wieder auf. Die Steine holten er und seine Helfer aus Ottensen bei Stadthagen. Bald danach mußte er den Hof verkaufen. Ihm blieb als Wohnung die Stelle von Friedrich Müller-Meyer, der Noltemeyers Hof erworben hatte.
Lambachs Grundstück, das bis an Siegmanns Hof stelle 14 a heranreichte, kaufte Friedrich Stiegroth mit 11 Morgen Land. Außerdem erwarb er 1926 von Schröder die Weide und Land am Kreuze. Er ackerte anfangs mit Kühen. Sein Schwiegersohn Grupe baute eine Scheune in Schröders Weide. Günther Wiese verkaufte dann die Stelle und baute seinen Hof in Schröders Weide auf. Auf Warnecken Hof war auch ein Siegmann. Er und seine drei Kinder verstarben früh an Kröpf.
Die Frau holte dann als Erben einen Warnecke aus Mehle unter der Bedingung, daß er eine Siegmann heiratet. Diese starb bei der Geburt ihres ersten Kindes, das den Namen Hermann erhielt, und von einer Amme ernährt wurde. Warnecke heiratete dann eine Martens vom Husarenhof. Sie bekamen fünf Jungen und ein Mädchen. Der Hof wurde geteilt. August erhielt an der Straße einen neuen Hof. Drei Jungen gingen als Landwirte nach Holstein, einer als Bäcker nach Amerika. Die Tochter heiratete den Vollmeyer Fr. Siegmann. Albert erhielt die Hofstelle. Seine Mutter verunglückte tödlich nach einem Besuch bei ihrem Bruder Friedrich Martens in Langenfeld. An einer abschüssigen Stelle gingen die Pferde durch, und der Wagen kippte um.
Albert hatte einen Sohn und eine Tochter. Der Junge verstarb 1916 im Alter von zehn Jahren an Diphtherie. Sein Vater war im Krieg. Die Tochter heiratete 1939 Friedrich Meyer aus Pohle. Er fiel 1943 im 2. Weltkrieg. Sie verstarb im gleichen Jahr. Der Hof wurde verpachtet. Wilfried Topp aus Hülsede, ein Neffe der Frau Warnecke, erbte.
Den Siegmanns gehörte am Katzenteich alles. Dazu kamen Ländereien am Kuhkampweg bis zur Rreisstraße. Gastwirt August Siegmann besaß hier ebenfalls Grund und Boden. An der Kreisstraße lagen zwei Morgen Küsterland. So war es auch mit den Hofstellen. Nur Stellmacher und Schmied besaßen dort einen Garten. Den Gasthof hatten zweimal Siegmann. Der Gastwirt baute an der Straße neu auf.
Lohmanns Hofstelle war neu. Dann wohnte dort noch Stellmacher Leifheit. Er war Vorsitzender des Gesangvereins. Er verstarb 1923 vier Wochen nach seiner Hochzeit. Der Pastorenhof wurde 1970 verkauft. Den Garten mit dem Haus erwarb die Gemeinde.
Das Schulgebäude stand auf dem Kirchengrundstück. Das Wohnhaus kaufte Becker und die Scheune mit dem Garten Gerhard Hupe.
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