Sonntag, 30.04.2017
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Nettelrede schreibt Geschichte

August Friedrich Pott (1808-1887) Zurück zur Übersicht
August Friedrich Pott (14.11.1802 Nettelrede bei Münder - 6.7.1887 Halle) war von 1833-1887 der erste Professor für Allgemeine Sprachwissenschaft in Halle (1833-1838 außerordentlicher, ab 1838 als ordentlicher Professor).
August Friedrich Pott (14.11.1802 Nettelrede bei Münder - 6.7.1887 Halle) war von 1833-1887 der erste Professor für Allgemeine Sprachwissenschaft in Halle (1833-1838 außerordentlicher, ab 1838 als ordentlicher Professor). Da ihn das Studium der Theologie nicht zu befriedigen vermochte, studierte Pott an der damals noch jungen Universität zu Berlin bei den Professoren W. v. Humboldt und Franz Bopp Sprachwissenschaft und Sanskrit. Bei ihnen habilitierte er sich 1830 und war bis zu seiner Berufung nach Halle Privatdozent an der Berliner Universität. Das Spektrum der in seinen 54 Jahren an der Hallenser Universität in regelmäßigem Turnus vorgetragenen Vorlesungen war breit: es reichte von allgemeiner Sprachwissenschaft und Sprachphilosophie, über historische Grammatik, in denen zahlreiche, auch nicht-indogermanische Sprachen berücksichtigt wurden, bis zu Vorlesungen über Hieroglyphen und Chinesisch. In seinen Sanskrit-Übungen laß er den Nala und Stücke aus Lassens Chrestomathie. Zwei Gebiete sind es, auf denen sich Pott im Bereich der Indogermanistik vornehmlich verdient gemacht hat: Er wandte in seinen Arbeiten die Methode der etymologischen Lautvergleichung, die J. Grimm entwickelt und erfolgreich für das historische Verständnis der germanischen Sprachen genutzt hatte, auf die indogermanischen Sprachen an. Die Ergebnisse, die sein Lehrer Bopp v. a. durch die vergleichende Analyse der Flexionsendungen der indogermanischen Sprachen erzielt hatte, ergänzte er durch eine vergleichende Analyse der Stammbildungslehre.
Zusammen mit Brockhaus, Fleischer, Roediger u. a. rief er im Jahre 1845 die Deutsche Morgenländische Gesellschaft ins Leben. Potts wissenschaftliche Leistung wurde am besten von Thieme zusammengefaßt: "Humboldts Schüler im besten Sinne ist Pott in der Allseitigkeit seines sprachwissenschaftlichen Interesses. Wohl ist er der Begründer der indogermanischen Laut- und Stammbildungslehre sowie der indogermanischen Etymologie. Aber er war kein "Indogermanist" in dem speziellen Sinn, daß er, wie es später üblich wurde, nur indogermanische Sprachverhältnisse beachtet hätte. Potts eigentliches "Fach" war die allgemeine Sprachwissenschaft, und wie kein zweiter seiner Zeitgenossen hat er ... immer neue Vorstöße in die unübersehbar ausgebreiteten Gefilde menschlichen Sprachbaus getan und Neuland erobert."
(P. Thieme: August Friedrich Pott: FS zur 450-Jahrfeier der MLU. Halle 1952, S. 312f.)
Verzeichnis ausgewählter Publikationen von August Friedrich Pott:
1833/36: Etymologischen Forschungen auf dem Gebiete der Indo-Germanischen Sprachen, insbesondere des Sanskrit, Griechischen, Lateinischen; Littauischen und Gothischen (2 Bde.). Lemgo (21859/76: 6 Bde.: stark erweitert).
1844/45: Die Zigeuner in Europa und Asien. Ethnographisch-linguistische Untersuchung, vornehmlich ihrer Herkunft und Sprache nach gedruckten und ungedruckten Quellen. Halle.
1868: Die Sprachverschiedenheit in Europa. An den Zahlwörtern nachgewiesen sowie die quinäre und vigesimale Zählmethode. Halle.
Nachruf v. G. v. der Gabelentz: Allg. Dt. Biographie Bd. 26. Leipzig 1888, S. 478-485.
Der o.a. Text stammt von der Internetseite der Universität Halle/Saale http://uni-halle.de
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